Schildlaeuse und Blattlaeuse biologisch bekaempfen
Schild- und Wollläuse zeigen sich als klebrige, wachsartige oder wollige Beläge auf Zitruspflanzen und Rosen, oft begleitet von schwarzem Rußtaupilz auf dem ausgeschiedenen Honigtau. Die sicherste, wirksamste Antwort ohne Chemie ist eine Schmierseifenlösung: Sie wirkt durch Kontakt, löst die schützende Wachsschicht des Schädlings und lässt ihn austrocknen — ohne giftige Rückstände auf den Früchten.
Die Chatelain-Methode gegen Schild- und Wollläuse
Man beobachtet die klebrigen Blätter und den schwarzen Rußbelag; man diagnostiziert den Schädling an Blattunterseiten und Astwinkeln; man korrigiert mit der Schmierseifenlösung, dort wo der Schädling tatsächlich sitzt; man beugt vor, indem man nie in praller Sonne oder Hitze spritzt.
Die Schmierseifenlösung: Dosierung
Pro Liter heißem Wasser:
- 15 bis 30 Gramm Schmierseife, gut aufgelöst;
- 10 bis 30 Milliliter Spiritus (ersatzweise 15 ml Essig oder Zitronensaft), der die Wachsschicht zusätzlich löst.
Unverdünnt spritzen, sobald sich die Seife vollständig aufgelöst hat.
Hinweis des Châtelain. Schmierseife wirkt nur durch direkten Kontakt und nur, solange sie feucht ist — nach dem Trocknen hat sie keine Wirkung mehr. Deshalb zählt gründliches Einsprühen mehr als die genaue Dosierung: Ein leichter Sprühstoß auf die glänzende Blattoberseite bringt wenig, wenn die Kolonie darunter sitzt.
Richtig sprühen: die Unterseite, nicht die glänzende Oberseite
Schild- und Wollläuse leben und saugen vor allem an Blattunterseiten, Blattachseln und jungen Trieben — der sichtbare Rußbelag oben ist nur, wo der Honigtau heruntergetropft ist. Die Sprühdüse von unten nach oben richten, um dorthin zu gelangen, wo die Tiere tatsächlich sitzen. Am besten früh morgens oder abends behandeln, nie in praller Sonne oder bei großer Hitze — nasse Blätter in starker Sonne können Verbrennungen bekommen.
Behandlungsrhythmus
Die Behandlung mehrmals wiederholen, bis der Befall abklingt — ein einzelner Sprühstoß tötet nur, was er trifft, und aus der Kolonie schlüpfen laufend neue Junglarven nach. Bei starkem Befall an Zitruspflanzen sind mehrere Durchgänge über zwei bis drei Wochen realistisch.
Warum kein chemisches Insektizid?
Chemische Insektizide auf Pyrethroid-Basis töten zwar Schild- und Wollläuse, aber auch Bienen und andere Bestäuber, und hinterlassen Rückstände auf Früchten, die verzehrt werden sollen. Schmierseife wirkt nur bei Kontakt, baut sich schnell ab und hinterlässt nach dem nächsten Regen oder Gießen keine Rückstände.
FAQ
Wie dosiere ich Schmierseife gegen Schildläuse?
15 bis 30 g Schmierseife auf 1 Liter heißes Wasser, mit 10 bis 30 ml Spiritus (oder 15 ml Essig als Ersatz). Gründlich auf Blattunterseiten sprühen.
Wie oft muss ich spritzen?
Mehrmals im Abstand einiger Tage, bis der Befall verschwunden ist — die Lösung wirkt nur bei direktem Kontakt, daher braucht es Wiederholungen gegen nachschlüpfende Larven.
Kann ich meine Zitrusfrüchte nach der Behandlung noch essen?
Ja — ein Vorteil der Schmierseife gegenüber handelsüblichen Giften ist, dass die Früchte danach bedenkenlos verzehrt werden können.